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Die Kraft der Glaubenssätze: Wie sie die Erziehung beeinflussen können

Übersicht der Inhalte

Als systemische Beraterin ist es mir ein Anliegen, Eltern bei der Gestaltung einer liebevollen und bindungsorientierten Erziehung zu unterstützen. Heute möchte ich über ein Thema sprechen, das oft unterschätzt wird, aber eine immense Auswirkung auf unsere Erziehung hat: Glaubenssätze. Glaubenssätze sind Überzeugungen und Annahmen, die wir über uns selbst, andere Menschen und die Welt um uns herum haben. Sie bilden das Grundgerüst unserer Gedanken, Handlungen und Entscheidungen und können sich unbewusst auf unsere Kinder übertragen. In diesem Blogpost werde ich erläutern, wie Glaubenssätze die Erziehung beeinflussen können und wie wir sie bewusst reflektieren und transformieren können, um ein harmonisches Familienleben zu schaffen.

Die Macht der Glaubenssätze in der Erziehung

Unsere eigenen Glaubenssätze sind wie eine unsichtbare Brille, durch die wir die Welt betrachten. Sie prägen unsere Wahrnehmung, wie wir uns selbst sehen und wie wir mit anderen interagieren. In der Erziehung spielen Glaubenssätze eine bedeutende Rolle, da sie unser Verhalten, unsere Entscheidungen und unsere Kommunikation mit unseren Kindern beeinflussen.

Negative oder einschränkende Glaubenssätze können sich auf verschiedene Weisen auf die Erziehung auswirken. Zum Beispiel könnten wir denken: “Ich bin nicht gut genug als Elternteil”, “Ich kann meinen Kindern nicht gerecht werden” oder “Ich bin nicht in der Lage, die Bedürfnisse meiner Kinder zu erfüllen”. Solche Glaubenssätze können uns unsicher machen, uns von unserem inneren Wissen abbringen und uns daran hindern, unsere Kinder bedingungslos zu unterstützen und zu ermutigen.

Diese negativen Glaubenssätze können sich auch auf unsere Kinder auswirken. Kinder sind sehr empfänglich für die Botschaften, die sie von uns als Eltern erhalten. Wenn wir selbst von unseren Fähigkeiten und unserer Kompetenz als Eltern nicht überzeugt sind, können sich unsere Kinder unsicher oder nicht wertgeschätzt fühlen. Es ist wichtig zu erkennen, dass unsere Glaubenssätze nicht nur unsere eigene Sichtweise beeinflussen, sondern auch die Sichtweise unserer Kinder auf sich selbst und ihre Fähigkeiten.

Wie sich deine Glaubenssätze auf dein Kind auswirken

Unsere Glaubenssätze beeinflussen nicht nur unser eigenes Verhalten, sondern auch das Verhalten und die Einstellungen unserer Kinder. Kinder sind Meister darin, Informationen aus ihrer Umgebung aufzunehmen und zu internalisieren. Sie beobachten uns genau und orientieren sich an unserem Verhalten und unseren Überzeugungen.

Wenn wir als Eltern beispielsweise den Glaubenssatz haben, dass Fehler etwas Schlechtes sind, können wir unbeabsichtigt unseren Kindern vermitteln, dass Perfektionismus erstrebenswert ist und Fehler vermieden werden sollten. Das kann dazu führen, dass sie Angst haben, etwas falsch zu machen, und sich dadurch in ihrer persönlichen Entwicklung eingeschränkt fühlen.

Negative Glaubenssätze können auch das Selbstwertgefühl unserer Kinder beeinflussen. Wenn wir uns selbst als Eltern als nicht gut genug empfinden und dies in unseren Handlungen und Worten zum Ausdruck bringen, kann dies zu einem niedrigen Selbstwertgefühl bei unseren Kindern führen. Sie könnten anfangen, an sich selbst zu zweifeln und sich als weniger wertvoll oder liebenswert zu betrachten.

Reflexion der eigenen Glaubenssätze

Der erste Schritt, um die Auswirkungen unserer Glaubenssätze auf die Erziehung zu erkennen, besteht darin, unsere eigenen Überzeugungen zu reflektieren. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass Glaubenssätze oft tief in unserem Unterbewusstsein verankert sind und wir sie nicht immer sofort erkennen können.

Nimm dir Zeit für eine ehrliche Bestandsaufnahme deiner Gedanken und Überzeugungen über dich selbst und deine Rolle als Elternteil. Frage dich: Welche Glaubenssätze habe ich über mich selbst? Welche Überzeugungen habe ich über meine Kinder? Welche Muster und Prägungen aus meiner eigenen Kindheit beeinflussen meine Glaubenssätze heute?

Eine hilfreiche Methode, um deine Glaubenssätze zu erkennen, ist das Führen eines Glaubenssatz-Tagebuchs. Schreibe regelmäßig deine Gedanken, Überzeugungen und inneren Dialoge auf. Achte dabei besonders auf wiederkehrende Muster oder negative Selbstgespräche, die dich einschränken könnten.

Indem du dich bewusst machst, welche Glaubenssätze du hast, kannst du erkennen, in welchen Bereichen Veränderungsbedarf besteht. Vielleicht stellst du fest, dass du dich selbst ständig mit anderen Eltern vergleichst und dich dadurch unter Druck setzt. Oder du erkennst, dass du bestimmten Rollenklischees oder gesellschaftlichen Erwartungen an Elternschaft folgst, obwohl sie nicht mit deinen eigenen Werten und Überzeugungen übereinstimmen.

Die Reflexion deiner eigenen Glaubenssätze ist ein wichtiger erster Schritt, um die Basis für eine positive Veränderung in der Erziehung zu legen. Es ermöglicht dir, dich von einschränkenden Überzeugungen zu lösen und neue, unterstützende Glaubenssätze zu entwickeln, die dir und deinen Kindern dienen.

Die Kraft der positiven Glaubenssätze

Glaubenssätze

Positive Glaubenssätze können uns dabei unterstützen, eine liebevolle und achtsame Erziehung zu praktizieren. Indem wir positive Überzeugungen über uns selbst und unsere Kinder entwickeln, schaffen wir eine positive Grundlage für unsere Beziehung und den Erziehungsprozess.

Ein positiver Glaubenssatz könnte beispielsweise lauten: “Ich bin eine liebevolle und einfühlsame Mutter/Vater, die/der ihr/sein Bestes gibt.” Dieser Glaubenssatz erinnert uns daran, dass wir gute Eltern sind und dass es normal ist, Fehler zu machen. Er ermutigt uns, mit Mitgefühl und Verständnis auf unsere Kinder zuzugehen und eine unterstützende Atmosphäre zu schaffen.

Die Einführung von positiven Glaubenssätzen erfordert jedoch Zeit und bewusste Anstrengung. Es ist wichtig, dass wir uns selbst erlauben, uns neu zu programmieren und uns von negativen Überzeugungen zu lösen. Affirmationen können eine wertvolle Technik sein, um positive Glaubenssätze zu festigen. Wiederhole regelmäßig positive Aussagen wie: “Ich bin eine liebevolle und einfühlsame Elternperson”, “Ich bin geduldig und verständnisvoll” oder “Ich gebe meinen Kindern Raum, um ihre Individualität auszudrücken”. Durch diese Wiederholung und das bewusste Lenken unserer Gedanken können wir neue Denkmuster etablieren und uns auf eine positive Erziehungshaltung ausrichten.

Die Herausforderung: Veränderung deiner Glaubenssätze

Es ist wichtig zu betonen, dass die Auflösung von Glaubenssätzen nicht immer einfach ist, insbesondere wenn tiefere Traumata oder negative Erfahrungen damit verbunden sind. Diese können ihre Wurzeln in unserer eigenen Kindheit oder anderen prägenden Lebensereignissen haben. In solchen Fällen kann es hilfreich und sinnvoll sein, sich professionelle Unterstützung zu suchen. Psychotherapeut:innen, systemische Berater:innen oder Coaches können uns dabei unterstützen, unsere Glaubenssätze zu erkennen, zu verstehen und gegebenenfalls aufzulösen. Glaubenssätze sind im Grunde neuronale Netzwerke, die unser Gehirn überwiegend in einer Zeit ausgebildet hat, in der wir sehr sensibel und formbar waren. Diese neuronalen Netze sind wie eine Autobahn in unserem Gehirn. Wollen wir neue Wege gehen, also neue, positive Glaubenssätze in unser System integrieren, müssen wir diese neuen Wege erst einmal bauen. Das ist natürlich mühsamer und dauert länger, als die bekannten Autobahnen zu nehmen. Deshalb ist es oft nicht einfach, Glaubenssätze zu verändern.

Das Erkennen und Bewusstmachen unserer Glaubenssätze ist jedoch ein erster Schritt, um Veränderungen anzustoßen. Eine Möglichkeit, mit Glaubenssätzen umzugehen, besteht darin, alternative positive Überzeugungen zu entwickeln und zu stärken. Statt “Ich bin nicht gut genug” könnten wir beispielsweise den Glaubenssatz “Ich bin wertvoll und einzigartig” kultivieren. Dies erfordert jedoch Geduld, Übung und eine kontinuierliche Selbstreflexion.

Die Arbeit an unseren Glaubenssätzen ist ein fortlaufender Prozess, der Zeit, Geduld und Selbstmitgefühl erfordert. Es ist wichtig, uns selbst zu erlauben, uns weiterzuentwickeln und uns von alten, limitierenden Überzeugungen zu befreien. Indem wir unsere Glaubenssätze bewusst hinterfragen und an positiven Überzeugungen arbeiten, schaffen wir die Grundlage für eine liebevolle, respektvolle und friedvolle Erziehung.

Was du aus diesen Erkenntnissen mitnehmen kannst..

Unsere Glaubenssätze, beeinflussen maßgeblich die Erziehung und Beziehung zu unseren Kindern. Negative Überzeugungen können sich unbewusst auf unsere Kinder übertragen und ihr Selbstbild und Verhalten beeinflussen. Es ist wichtig, unsere eigenen Glaubenssätze zu reflektieren und gegebenenfalls zu verändern, um eine friedvolle und positive Erziehung zu ermöglichen. Dieser Prozess erfordert Zeit, Geduld und Selbstreflexion. Bei Bedarf ist es sinnvoll, professionelle Unterstützung bei Psychotherapeut:innen oder systemischen Berater:innen zu suchen. Durch die bewusste Auseinandersetzung mit unseren Glaubenssätzen kommen wir dem Ziel näher, eine liebevolle, bindungsorientierte Erziehung zu praktizieren und unseren Kindern ein Umfeld zu bieten, in dem sie sich gesund entfalten können.

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Ressourcen und weiterführende Links:

“Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen: (und deine Kinder werden froh sein, wenn du es gelesen hast)” von Philippa Perry

  • Philippa Perry widmet sich den essenziellen Themen der Elternschaft. Es bietet persönliche Erfahrungen, praktische Ratschläge und inspirierende Einsichten, um negative Muster zu durchbrechen und eine liebevolle Erziehung zu gestalten. Es ist ein wertvolles Werkzeug, um eine tiefere Verbindung zu den Kindern aufzubauen und ein harmonisches Familienleben zu führen.

Blogartikel: “Warum die ersten 7 Lebensjahre das wichtigste Zeitfenster im Leben deines Kindes sind”

  • Die ersten 7 Lebensjahre sind entscheidend für die Gehirnentwicklung und die Prägung von Glaubenssätzen. Eltern können durch bewusste Erziehung und Selbstheilung ihren Kindern ein sicheres Umfeld bieten und positive Eigenschaften vermitteln. Es ist wichtig, eigene Muster zu erkennen und zu lösen, um die Weitergabe von Traumata zu stoppen. Eltern sollten ihren Kindern ein Selbstbewusstsein statt ein Anderen-Bewusstsein vermitteln. Durch Heilung der Eltern heilen auch die Kinder und eine bessere Zukunft entsteht.

“Was wir glauben, wer wir sind: Vom Mut, sich neu zu denken. Geschichten aus der Psychotherapie”

  • In zehn Geschichten aus ihrer Therapiestunde erzählt Psychotherapeutin Nesibe Özdemir, wie es Menschen verändert, wenn sie tief verankerte Überzeugungen erkennen und hinterfragen. Sie hört bei ihren Klient:innen auf die Zwischentöne, das Ungesagte, das Querstehende und entdeckt Glaubenssätze, die jede:r von uns in sich trägt. Fragen, Zusammenfassungen und Tipps am Ende der Kapitel inspirieren dabei zur Selbstreflexion

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Hannah Blankenberg
Hannah Blankenberg

Psychologin (M.Sc.), Systemische Beraterin, Mama

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